Monique Buch, Chief Commercial Officer bei Covestro in Leverkusen,
beschreibt KI im Vertrieb ausdrücklich als Geschäftsstrategie, nicht
als technisches Upgrade. Und sie versteht KI als Verstärkung ihrer
Teams, nicht als deren Ersatz.
Parallel dazu berichtet McKinsey, dass Unternehmen beim Übergang von
einzelnen Anwendungen zur breiten Einführung ihre KI-Ausgaben stark
steigen sehen. In der zugrunde liegenden Umfrage hatten 93 Prozent der
Befragten ihre KI-Budgets überschritten. Der Grund liegt nicht allein
in der Technik. Häufig fehlt es an Transparenz, an Steuerung und an
einer bewussten Auswahl der Anwendungen und Modelle. Ein wesentlicher
Hebel liegt darin, KI gezielt für die Aufgaben einzusetzen, bei denen
sie tatsächlich einen hohen Nutzen stiftet. Unternehmen mit einem
bewussteren Kostenmanagement könnten ihre KI-Kosten laut McKinsey um
20 bis 30 Prozent senken.
Beides läuft auf denselben Punkt hinaus. Die Frage ist nicht, wie viel
KI ein Unternehmen einsetzt, sondern wofür. Nicht das Werkzeug steht am
Anfang, sondern die Aufgabe, die gelöst werden soll.
Für den Mittelstand lässt sich daraus eine gute Nachricht ableiten. KI
muss nicht flächendeckend eingesetzt werden. Entscheidend ist, die
Anwendungen zu identifizieren, bei denen sie den größten konkreten
Nutzen bringt, und ebenso bewusst auf sie zu verzichten, wo dieser
Nutzen nicht erkennbar ist.
Quellen: McKinsey & Company, Growth Marketing & Sales, Interview mit
Monique Buch (Covestro); McKinsey, „Burning through the AI budget“,
P. Sachdeva u. a., 30. Juli 2026.